Warum konnte Angst ganze Regionen in tödliche Gewalt treiben? Dieses Buch erklärt die Hexenverfolgung nicht als dunklen Mythos, sondern als historisch nachvollziehbares Zusammenspiel von Krisen, Justiz und öffentlicher Kommunikation. Der Historiker Kai Lehmann legt anhand etlicher dokumentierter Fälle dar, wie zwischen dem 16. und 18.¿Jahrhundert in Deutschland Hexenprozesse entstanden, eskalierten und legitimiert wurden. Die besondere Stärke dieses Buches liegt in seinem konsequent alltagshistorischen Ansatz: Nicht abstrakte Theorien stehen im Mittelpunkt, sondern konkrete Menschen, Orte und Verfahren. Grundlage ist eine über Jahre aufgebaute Datenbank mit mehreren tausend Prozessorten - ein in dieser Form einzigartiger Zugang. Lehmann zeigt, warum Hexenverfolgung ein Phänomen der Frühen Neuzeit war und welche Rolle Angst, soziale Konflikte und frühe Formen von "Massenmedien" dabei spielten. Flugschriften, Predigten und Gerüchte wirkten als Brandbeschleuniger einer Gewalt, die sich vor Gericht vollzog. Das Buch behandelt unter anderem: Ursachen der Hexenprozesse: Krisen, Seuchen, Kriege und soziale Spannungen Gerichtspraxis, Anklagewege und juristische Mechanismen Die mediale Verbreitung von Angst vor 1800 Regionale Unterschiede in Deutschland Die Rolle von Nachbarschaft, Familie und Öffentlichkeit Warum Frauen den Großteil der Opfer stellten "Hexen vor Gericht" ist ein fundiertes, eindringliches Geschichtsbuch für alle, die den Mythos der Hexenverfolgung historisch verstehen wollen - und für Leserinnen und Leser mit Interesse an regionaler Geschichte, Justizgeschichte und den Mechanismen kollektiver Angst.
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