In einer nicht allzu fernen Zukunft wird in Österreich ein radikales Experiment gestartet: Paare unter 45 Jahren erhalten ein staatlich verordnetes Wort-Limit. Jedes gesprochene Wort kostet – und das Budget ist begrenzt. Was zunächst wie eine absurde Dystopie klingt, wird in Beat Zürchers eindringlichem Roman zur präzisen Parabel über moderne Beziehungen, Kommunikation und das, was zwischen Menschen wirklich gesagt wird. „Das Wort-Limit" erzählt von fünf Paaren, die sich plötzlich in einer Welt wiederfinden, in der sie ihre Worte buchstäblich haushalten müssen. Gregor und Marlene entwickeln ein komplexes System aus Grunzlauten und Gesten, während ihre neunjährige Tochter Sina wissenschaftlich akribisch die „Sprache der Eltern" dokumentiert. Andere Paare reagieren anders: mit trotzigem Schweigen, verzweifelten Umwegen oder der Entdeckung, dass sie einander ohnehin nichts mehr zu sagen haben. Zürcher gelingt das Kunststück, eine bizarre Prämisse so glaubwürdig zu erzählen, dass man die eigene Kommunikation zu hinterfragen beginnt. Mit feinem Humor und scharfer Beobachtungsgabe zeigt er, wie schnell sich Menschen anpassen, wie kreativ sie werden – und wie viel Ungeklärtes sich hinter alltäglichen Gesprächen verbirgt. Die Protokolle der kleinen Sina, die Grunzlaute wie eine Primatenforscherin katalogisiert, gehören zu den humorvollsten und zugleich berührendsten Passagen des Romans. Dieser Roman ist weit mehr als eine originelle Science-Fiction-Idee. Er ist eine intelligente Gesellschaftssatire, die vertraute Themen – Partnerschaft, Familie, Verständigung – aus einem völlig neuen Blickwinkel beleuchtet. Perfekt für alle, die literarisch anspruchsvolle Unterhaltung mit Tiefgang schätzen und sich gerne die Frage stellen: Was würden wir sagen, wenn jedes Wort zählt?
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