»Vertraust du mir?« - »Ich vertraue niemandem. Noch nicht einmal mir selbst.« Carin steckt festgefahren in der Lebensmitte - direkt in einer Sackgasse. Die Töchter sind ausgeflogen, der Mann ist seit Jahren der Ex, und der gekündigte Job hat nie wirklich gepasst. Was nun? Ihre Nachbarin überredet sie zu einem Coaching bei Lotte auf Menorca - und organisiert auch gleich eine Mitfahrgelegenheit bei dem tiefenentspannten Fotografen Malte. Wie könnte Carin da noch Nein sagen? Die Magie von Südfrankreich, Barcelona und Menorca bringt sie auf ungeahnte Weise in Bewegung. Plötzlich tanzt sie mit einer beinahe schwerelosen Leichtigkeit durch ihr Leben. Begleitet von Maltes lebensklugen Gedanken schließt sie alte Wunden und hebt verborgene Schätze in ihrem Inneren. Doch je weiter sie reist, desto stärker gerät ihr Herz in Maltes Gesellschaft aus dem Takt. Und am Ende bleibt nur noch eine Frage offen: Reicht Carins neu gewonnene Stärke, um sich auf das größte Abenteuer überhaupt einzulassen - auf die Liebe? "Vielleicht vertraue ich dir morgen" ist ein berührender Liebesroman über Selbstwert, Vertrauen und die leise Kraft des Neubeginns. Eine Geschichte wie ein leises Meeresrauschen - sanft, gefühlvoll und lebendig. *** Leseprobe »Bereit?«, fragte er, während er mir seine Kamera entgegenstreckte. Ich nickte und fühlte mich beinahe todesmutig. Der Vergleich war nicht einmal so schlecht. Mich von außen zu betrachten, kam mir jedes Mal ein bisschen wie Sterben vor. Widerwillig griff ich nach der Kamera, beugte mich über das Display und erstarrte. Die Person auf dem Foto, das war ich. Und ich war es nicht. Mein Blick hing an dem Foto, als wolle er sich für immer daran festsaugen. Und wahrscheinlich hätte er das getan, wenn sich Malte nicht geräuspert hätte. »Was sagst du?«, flüsterte er. »Das bin nicht ich«, stammelte ich. »Doch, das bist du«, entgegnete er leise. »Und es ist nichts bearbeitet. Keine Korrekturen, keine Filter, kein Weichzeichner, nichts. Das Bild ist unverfälscht so, wie es die Kamera gemacht hat. Ich habe lediglich versucht, einen sprechenden Moment zu erwischen.« »Einen sprechenden Moment?« Er nickte. »So nenne ich das. Einen Moment, in dem sich die Persönlichkeit eines Menschen zeigt. So etwas entsteht nur selten bei gestellten Fotos, sondern eher, wenn sich jemand unbeobachtet fühlt - wie du vorhin auf der Parkbank in Loriol. Verstehst du jetzt, warum ich dich da einfach aufnehmen musste?«
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