»Form ist nichts Fixiertes, sondern Aktivität«, schreibt Lyn Hejinian über ihr poetisches Programm. Virtuos greift ihr Werk Autobiografisches auf und überformt es, nimmt alltägliche Sprachphänomene spielerisch in den Blick und übersetzt philosophische und politische Fragen in lyrische Prozesse. Formen des Essays und des Gedichts werden verknüpft und Gattungsgrenzen auf höchstreflektierte Weise überschritten. Es sind Texte, die stets auch ihren Entstehungsprozess mitreflektieren und die eigenen Kategorien hinterfragen. Auf die allgemeine Kontingenz reagiert Hejinian mit offenen, doch strukturierten Formen, die der Autorin ein beglückendes Maß an Freiheit ermöglichen und ihre Leserinnen und Leser auf Augenhöhe beteiligen. Mit dieser ersten Übersetzung einer Monografie Lyn Hejinians ins Deutsche wird die Rezeption einer Autorin in Gang gesetzt, deren internationaler Rang dem von Dichter*innen wie Anne Carson oder Inger Christensen in nichts nachsteht. In »My Life« (erstmals 1980, in vorliegender Fassung 1987 erschienen), ihrem wohl einflussreichstem Werk, verbindet Hejinian das Prozessuale mit dem Konzeptuellen: Das Buch ist angelegt in 45 Kapiteln zu jeweils 45 Sätzen – eine Zahl, die dem Alter der Autorin während des Verfassens entspricht. Mit seiner vieldeutigen Grammatik und dem »Non sequitur« seiner Satzfolgen – kein Satz reagiert logisch ableitbar auf den vorausgehenden – hebt sich »My Life« deutlich von der vertrauten Sprache autobiografischer Schriften ab. Zwar gewinnt man Einblicke in das Leben der Autorin, gewahrt Schlaglichter auf Jahre und Jahrzehnte ihrer Biografie – von der Kindheit in Kalifornien während der Nachkriegszeit der 50er Jahre, dem politischen Aufruhr und erstem eigenen Engagement in den 60ern bis hin zu den von Studium und Lektüren geprägten 70ern und den 80ern der bereits erfolgreichen Dichterin. Selbst dort aber, wo das Buch private Erinnerungen aufgreift und diese so durchdringt wie beschwört, lässt es ein Subjekt aus einer expliziten Offenheit und Vieldeutigkeit entstehen. Die »Satz-Erinnerungen« (Hejinian) von »My Life« fügen sich zu einer ausgewogenen »Musik veränderlicher Teile«, wie es der Dichter Charles Bernstein formuliert und damit auf ein wiederkehrendes Motiv aus Hejinians Buch Bezug nimmt: »Die naheliegende Analogie ist die zur Musik.«
Die bei uns gelisteten Preise basieren auf Angaben der gelisteten Händler zum Zeitpunkt unserer Datenabfrage. Diese erfolgt einmal täglich. Von diesem Zeitpunkt bis jetzt können sich die Preise bei den einzelnen Händlern jedoch geändert haben. Bitte prüfen sie auf der Zielseite die endgültigen Preise.
Die Sortierung auf unserer Seite erfolgt nach dem besten Preis oder nach bester Relevanz für Suchbegriffe (je nach Auswahl).
Für manche Artikel bekommen wir beim Kauf über die verlinkte Seite eine Provision gezahlt. Ob es eine Provision gibt und wie hoch diese ausfällt, hat keinen Einfluß auf die Suchergebnisse oder deren Sortierung.
Unser Preisvergleich listet nicht alle Onlineshops. Möglicherweise gibt es auf anderen bei uns nicht gelisteten Shops günstigere Preise oder eine andere Auswahl an Angeboten.
Versandkosten sind in den angezeigten Preisen und der Sortierung nicht inkludiert.
* - Angaben ohne Gewähr. Preise und Versandkosten können sich zwischenzeitlich geändert haben. Bitte prüfen sie vor dem Kauf auf der jeweiligen Seite, ob die Preise sowie Versandkosten noch aktuell sind.